13.Fachtagung Kommunale Kriminalprävention 2013: Prävention durch Sport

13. Fachtagung Kommunale Kriminalprävention am 26.11.2013 in St. Ingbert

Titelbild-Flyer-Prävention-durch-Sport-600
Sportbezogene Prävention zielt auf die Entwicklung und Förderung positiver Lebenskonzepte und darauf aufbauend auf die Verbesserung sozialer Kompetenzen der einzelnen Person wie z.B. Übernahme von Verantwortung, Kritikfähigkeit, gerechtem Verhalten, sozialem Engagement aber auch dem Kennenlernen eigener Ressourcen. Zudem soll der präventiv ausgerichtete Sport sozial schwache Gruppen ansprechen und integrieren und ein friedliches Miteinander verschiedener Kulturen fördern.

Präsentationen und Beschreibungen der Vorträge und vorgestellten Projekte

Eröffnung und Begrüßung

Grußworte durch:

  • Hans Wagner – Oberbürgermeister der Mittelstadt St.Ingbert
  • Gaby Schäfer – Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
  • Gerd Meyer – Präsident des Landessportverbandes des Saarlandes
  • Prof. Dr. Günter Dörr – Direktor des Landesinstituts für Präventives Handeln

Moderation: Shanta Ghosh-Broderius

Am Vormitag – Fachvorträge

 

Klicken Sie auf die Überschriften, um die Inhalte anzusehen

Vortrag: Die sozialen Potenziale des Sports – kein Selbstläufer! (Prof. Dr. Gunter A.Pilz)


Abstract

Prof. Dr. Gunter A. Pilz, “Die sozialen Potenziale des Sport – kein Selbstläufer!”

Der Sport mit seinen in ihm angelegten sozialen Potenziale wird von Seiten der Politik, der Pädagogik, der Sportorganisationen geradezu als Königsweg zur Kulti-vierung menschlichen Verhaltens, als sozialarbeiterischer Dienstleister par ex-cellence gepriesen. Berichte über Gewalt, Diskriminierung und Doping im Sport weisen aber auch darauf hin, dass die Kultivierungsmöglichkeiten menschlichen Handelns durch den Sport und damit seine sozialen Potenziale sich nicht von selbst entfalten. Weder die Förderung psychosozialer Gesundheit, noch die Entwicklung motorischer Leistungsfähigkeit geschieht nebenbei. Dazu bedarf es einer spezifischen Inszenierung des Sports, sowie entsprechender Kompetenzen und vor allem auch Ressourcen. Nicht überall wo Sport darauf steht, ist auch Prävention drin. Und: Prävention ist nicht zum Nulltarif zu bekommen!
Der Beantwortung der Frage wie die sozialen Potenziale des Sports in der (Gewalt-) zur Entfaltung gebracht und nutzbar gemacht werden können, erfolgt in drei Schritten:

  1. Zunächst in Form einer kritischen Reflexion der präventiven, sozialen Funktionen des Sports anhand der Beschreibung der kulturellen Dimensionen des Sports und deren Gefährdungen.
  2. In einem zweiten Schritt werde ich auf die Bedeutung und Notwendigkeit von sport-, körper- und bewegungsbezogenen Angeboten in der Prävention eingehen, um in einem
  3. dritten Schritt Folgerungen für sport-, körper- und bewegungsbezogene Angebote in der (Gewalt-)Prävention abzuleiten.

Der Vortrag als Video

Download

Vortrag: Persönlichkeitsentwicklung durch Sport? - Annahmen und empirische Befunde am Beispiel des Jugendalters (Prof. Dr. Ulrike Burrmann)

Abstract

Ulrike Burrmann (TU Dortmund), “Persönlichkeitsentwicklung durch Sport? – Annahmen und empirische Befunde am Beispiel des Jugendalters”

Die Frage nach den Sozialisations-, Erziehungs- oder Bildungspotenzialen des Sports ist zwar nicht neu, gleichwohl scheint das Thema an Aktualität kaum eingebüßt zu haben. Ein Grund dafür mag in der aktuellen Diskussion um die Bedeutung von Bildungspotenzialen des Freizeitlernens liegen. Denn nachdem u.a. in den PISA-Studien eine enge Kopplung von sozialer Herkunft und schulischem Kompetenzerwerb der nachwachsenden Generationen ermittelt wurde, rücken neben familialen weitere außerschulische Erwerbs- und Handlungskontexte ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Aufgrund der großen Beliebtheit sportlicher Aktivitäten in der Freizeit und hoher Beteiligungsquoten der Heranwachsenden am Vereins- und informellen Sport gewinnen damit auch Sozialisationspotenziale des außerschulischen Sports an Bedeutung.
Aber auch Sportvereine und -verbände sowie (Sport-)Politiker formulieren hohe (Selbst-) Ansprüche an den Sport. „Sport hilft Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen. Er stärkt das Selbstbewusstsein und vermittelt soziale und interkulturelle Kompetenz, indem durch gemeinsame Aktivitäten Vorbehalte abgebaut und gegenseitiges Verständnis aufgebaut werden“ (Deutscher Bundestag, 2010, S. 90).

In verschiedenen (sport-)wissenschaftlichen Disziplinen wird seit längerem darauf ab-gehoben, dass der Sport immer auch Anlässe biete, über den Sport hinausweisende, „allgemeine“ Erziehungsprozesse in Gang zu setzen (für den außerschulischen Sport zsfd. Braun & Baur, 2000), wobei neben pädagogisch intendierten auch nicht intendierte Sozialisationseffekte in Betracht zu ziehen sind (vgl. zsfd. Sygusch et al., 2009).
Unter der Perspektive einer Sozialisation durch Sport wird im Vortrag der Frage nachgegangen, inwiefern eine Beteiligung am Sport und inwieweit unterschiedlich geartete Sportenga-gements die „allgemeine“ Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen beeinflussen. Die bislang vorliegenden Befunde sind inkonsistent. Querschnittlich angelegte Untersuchungen belegen positive Zusammenhänge beispielsweise zwischen einer Sportbeteiligung und Facet-ten des Selbstkonzepts, Kontrollüberzeugungen, sozialer Integration, Gesundheitsstatus und Gesundheitsverhalten, während die wenigen Längsschnittstudien diesbezüglich kaum nen-nenswerten Sozialisationseffekte nachweisen können (zsfd. Sygusch et al., 2009; Burrmann, 2011).

Im Vortrag wird der bisherige Forschungsstand exemplarisch aufgearbeitet und diskutiert, und es werden einige Forschungsperspektiven aufgezeigt.

Baur, J. & Braun, S. (2000). Über das Pädagogische einer Jugendarbeit im Sport. Deutsche Jugend, 48(9), 378–386.

Burrmann, U. (2011). Sozialisationswirkungen des außerschulischen Sports am Beispiel des Jugendalters. In M. Krüger & N. Neuber(Hrsg.), Bildungspotenziale im Sport (S. 267-288). Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.

Deutscher Bundestag (2010). 12. Sportbericht der Bundesregierung. Letzter Zugriff am 8.8.2013 unter: http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/ Veroeffentlichun-gen/12_sportbericht.pdf?__blob=publicationFile

Sygusch, R., Brandl-Bredenbeck, H.-P. & Burrmann, U. (2009). Normative Implikationen sportbezogener Jugendforschung. In E. Balz (Hrsg.), Sollen und Sein in der Sportpädagogik. Beziehungen zwischen Normativem und Empirischem (S. 77-92). Aachen: Shaker.

Der Vortrag als Video

Download

Vortrag: Prävention durch Sport – eine Initiative des Saarländischen Landtages seit dem Jahr 2000 (Bernhard Schmitt)

Abstract

Bernhard Schmitt (LPH), “Prävention durch Sport – eine Initiative des Saarländischen Landtages seit dem Jahr 2000.”

Sport wirkt sich nicht nur positiv auf die Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden aus, sondern kann auch ganz entscheidend die soziale Entwicklung eines Menschen beeinflussen und fördern. Dies passiert jedoch nicht allein durch das Sporttreiben per se, sondern es bedarf eines entsprechenden Umfeldes, im dem soziales Verhalten erlebt und das eigene Verhalten erprobt und von anderen gespiegelt wird.
Der saarländische Landtag startete im Jahr 2000 die Initiative „Sport und Prävention“. Zielsetzung der Initiative war und ist, durch Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen sowie durch Verbesserung der Infrastruktur die sportliche Betätigung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Zur Umsetzung dieser Ziele wurde 2001 ein „Landesbeauftragter für Pädagogische Prävention“ ernannt und die Initiative „wir im Verein mit dir“ gestartet. In enger Zusammenarbeit mit dem Landessportverband für das Saarland und den zuständigen Ministerien des Saarlandes werden Konzepte entwickelt, Aktionsveranstaltungen durchgeführt und Projekte mit lokalen Interessensgruppen vernetzt. Partner dabei sind Sportfachverbände und –vereine, Schulen, soziale Einrichtungen und Kommunen.
Bis heute wurden viele Ideen entwickelt und Projekte und Maßnahmen umgesetzt. Einige davon werden im Vortrag vorgestellt und die Schnittstellen zu den Projektvorstellungen des Nachmittags erläutert.

Kontakt:
Bernhard Schmitt
Landesinstitut für Präventives Handeln (LPH)
Fachbereich 1- Pädagogische Prävention
Hanspeter-Hellenthal-Str. 68
66386 St. Ingbert
Tel: 0681/ 501-3870
E-Mail: b.schmitt@lph.saarland.de

Der Vortrag als Video

Download

Am Nachmittag – Vorstellung sportbasierter Präventionsprojekte aus dem Saarland (Projektspots)

Projekt: Hinein in den Verein!

Der Vortrag als Video

Download

Projekt: Offene Hallen in den Ferien

Der Vortrag als Video

Download

Projekt: Mitternachtssport/Soccerturniere

Der Vortrag als Video

Download

Projekt: Offene Jugendarbeit am Beispiel der Erlebnispädagogik

Der Vortrag als Video

Download

Projekt: Treffpunkt statt Brennpunkt

Der Vortrag als Video

Download

Projekt: Vom Einkaufszentrum zum Sportzentrum

Der Vortrag als Video

Download

Evaluation der 13. Fachtagung Kommunale Kriminalprävention

Inhalte und Download

  • 1.Einleitung
  • 2.Evaluation
  • 2.1 Teilnehmer
  • 2.2 Auswertungskriterien
  • 2.3 Vorträge
  • 2.4 Projektspots
  • 2.5 Gesamteindruck des Themas „Prävention durch Sport“
  • 2.6 Veranstaltung und Rahmenbedingungen
  • 3. Diskussion